Lambdaprint digital auf Fotopapier
Pixelpoesie eines Augenblicks. Das Kunstprojekt basiert auf einer fotografischen Momentaufnahme – einem persönlichen Ort, einer besonderen Stimmung, einem flüchtigen Augenblick im Raum, in der Natur. Aus dieser ursprünglichen Fotografie entsteht ein quadratisches Werk, das die Essenz der Szene auf eine abstrakte Weise neu interpretiert. Zwischen 208 und 283 einzelne vertikale Pixel werden dabei aus dem Bild herausgearbeitet und von meinem jahrzehntelang auf Farbkombinationen geschulten Auge farblich individuell bearbeitet. Jeder Pixel steht für ein Fragment der Realität – herausgelöst aus dem Gesamtbild, isoliert, transformiert. Durch die gezielte Farbmodulation und die anschließende Vervielfältigung entsteht ein neues visuelles System. Maximal reduziert und doch voller Tiefe.
Die High-Tech Lamda Printtechnologie belichtet im Anschluss das Werk mit Lasern gestochen scharf auf Fotopapier. Das Ergebnis: brillante Farben, höchste Detailtreue und langanhaltende Qualität, welche die exakte Reproduktion feinster und lichtechter Farbabstufungen ermöglicht und dadurch digitale Präzision in unsere physische Welt überträgt. Die abstrakte Umsetzung erlaubt eine zeitlose Interpretation. Ein Ort, eine Erinnerung wird kunstvoll konserviert – nicht als eindeutige Abbildung, sondern als emotionaler Resonanzraum.
Erstmals wurden die Arbeiten 2002 in der Galerie Kunsträume in Zermatt, Schweiz ausgestellt. Seither entwickelt sich das Projekt kontinuierlich weiter – als künstlerische Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Fragmentierung und dem Wesen von Bildinformation.
Inspiriert von der Schönheit der Fotografie und zugleich irritiert von der Vergänglichkeit sich immer wiederholender und mit der Zeit allzu vertrauter Sujets, entstand der Versuch, die Stimmung eines Augenblicks, einer Situation, eines Schnappschusses einzufangen und in eine neue Komposition zu überführen – eine, in der bei jeder erneuten Betrachtung in der Vorstellung ein eigenes Bild der ursprünglichen Situation entsteht. Dabei werden ausgewählte Fotografien digital verkleinert und auf eine einzige vertikale Reihe von über 200 Pixeln verdichtet. Diese Pixelreihe wird anschliessend im Mikromillimeterbereich bearbeitet und farblich weiter auf das Gesamtbild abgestimmt.
Die verdichtete Farbdramaturgie des eigentlichen Sujets wird im Prozess der Pixelwiederholung vervielfacht. Das Ergebnis ist ein abstraktes Bild, dessen Inhalt einem bekannten oder unbekannten Sujet, einer ganz besonderen Stimmung oder Situation entspricht, dieses jedoch nicht konkret abbildet. So entsteht die einzigartige Freiheit, sich in Gedanken ein eigenes Bild auszumalen, Erinnerungen heraufzubeschwören und der Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen. Das konkrete Originalbild spielt eine zweitrangige Rolle, verborgen in der Komposition eines abstrakten und zeitlosen Kunstwerks.
Kim Küng lebt und arbeitet in Zürich. Nach einer fundierten Ausbildung in Grafikdesign und Stationen in New York City sowie an der ADC-Kreativschule entwickelte er eine eigenständige Handschrift an der Schnittstelle von Kunst, Design und visueller Kommunikation. Seit 2003 ist Kim Küng als selbständiger Art Director, Markenentwickler und Künstler tätig.
Seine Arbeiten bewegen sich zwischen freier künstlerischer Praxis und angewandter Gestaltung – immer mit einem feinen Gespür für Form, Farbe und Konzept. Neben Projekten in den Bereichen Corporate Identity und Design entstehen kontinuierlich eigenständige Werke, die den Dialog mit Raum, Bildsprache und kulturellem Kontext suchen.
Bild: Sandro Diener
Erstmals 2002 in der Galerie Kunsträume in Zermatt, Switzerland, präsentiert, entwickelte sich das Projekt seither zu einer fortlaufenden Auseinandersetzung mit den Grundlagen visueller Wahrnehmung.
Im Zentrum steht die fragmentarische Struktur von Bildinformation als Reflexion epistemologischer Fragestellungen – ein tiefgreifender Diskurs über das Sehen selbst und die Konstruktion von Wirklichkeit im Bild.
Die Werke öffnen vielschichtige Lesarten und fordern die Betrachter:innen dazu auf, ihre eigene Position im Prozess der Wahrnehmung kritisch zu hinterfragen.